"Da ist keiner lebend rausgekommen" – als der Krieg nach Olpe kam
Geschichtsunterricht wird durch Zeitzeugin lebendig!
Heute, am 8. Mai, jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 80. Mal. Für viele von uns ist das eine weit entfernte Vergangenheit. Zum Start in diesen besonderen Tag erhielten unsere Schüler:innen am Morgen einen altersgerechten thematischen Impuls. Die Stufe EF erhielt darüber hinaus einen besonderen Einblick in ein düsteres Kapitel unserer Stadtgeschichte: Die Bombardierung von Olpe.
Dr. Erlenbusch, der Olper Stadtarchivar, nahm alle Anwesenden mit auf eine Zeitreise und betonte zu Beginn ganz deutlich, dass Deutschland damals "damit angefangen [habe]". Nach einer Einordnung in den historischen Kontext erklärte er, warum ausgerechnet Olpe damals ins Visier geriet und dass eigentlich der Bahnhof getroffen werden sollte. Wegen einer dichten Wolkendecke verfehlten die Flieger allerdings ihr Ziel. Die Bomben trafen andere Teile der Stadt – mit tragischen Folgen.
Besonders berührend war der Besuch von Frau Schulte, einer 92-jährigen Zeitzeugin, die uns ihre Geschichte erzählte. Als kleines Mädchen war sie unterwegs zum Einkaufen, als plötzlich die Bomben fielen. Als ihre Mutter sie nach dem Angriff suchte, traf sie eine Bekannte aus Olpe, die ihr sagte: „Gehen Sie nach Hause. Da ist keiner lebend rausgekommen.“ Doch Frau Schulte überlebte – aber unmittelbar um sich herum sah sie keine Überlebenden mehr. Der Laden lag in Trümmern. Sie war stehen geblieben, während andere sich zu Boden geworfen hatten. Ein Zufall, der ihr vermutlich das Leben rettete.
Auch unsere Schule spielte damals eine wichtige Rolle – sie diente als Lazarett, in dem viele Verwundete behandelt wurden.
Der Tag heute war mehr als eine Unterrichtsstunde – er war eine Begegnung mit echter Geschichte. Frau Jansen brachte es auf den Punkt: „Geschichte muss erzählt werden.“ Sie rief alle Anwesenden dazu auf, die Eindrücke auf sich wirken zu lassen, zu reflektieren und Schlüsse daraus zu ziehen.
Wir bedanken uns bei Frau Schulte und Herrn Dr. Erlenbusch und es bleibt zu sagen: "Erzählt es weiter!"
Wir bedanken uns für das Engagement rund um diesen wichtigen Tag bei Herrn Kammler-Stoer, Frau J. Stahl und Frau Kubiak.


